In der vergangenen Woche sind Details zur Nachbesetzung der Abteilungsleitung „Bauen und Wohnen“ im Dezernat I der Kreisverwaltung vom Landrat bekannt gegeben worden.

Die Nachbesetzung dieser Stelle durch den bisherigen Geschäftsführer des Fachbereichs Bus beim Zweckverband Mobilität Münsterland, Gerrit Tranel, wirft Fragen nach den Hintergründen auf.

„Die Abteilung „Bauen und Wohnen“ sollte von einer Person geleitet werden, die eine Qualifikation als Bauingenieur hat“, macht Johannes Waldmann SPD-Fraktionsvorsitzender die grundsätzliche Kritik an der Personalie deutlich.

Neben der grundsätzlichen Kritik zur Qualifikation ist auch der Umstand unzulässig, dass Herr Tranel offensichtlich sein Ratsmandat in der Stadt Coesfeld behalten wird und dennoch die Stelle in der Kreisverwaltung antreten will. Bislang gehörte die obere Bauaufsicht auch über die Stadt Coesfeld zur Aufgabe der Abteilungsleitung.

„Die Stelle der Abteilungsleitung kann es nur mit den vollumfänglichen Aufgaben geben. Der Landrat scheint hier einen Extrazuschnitt für Herrn Tranel vorzunehmen und verliert dabei vollkommen die fachlichen Ansprüche einer effizienten und qualifizierten Verwaltungsstruktur aus dem Blick. Wie soll es in der Praxis aussehen, wenn die obere Bauaufsicht baurechtliche Entscheidungen der Stadt Coesfeld prüfen muss und der eigene Abteilungsleiter an diesen Beschlüssen in seiner Funktion als CDU-Ratsherr beteiligt war? Das kann nicht im Sinne der Bürgerinnen und Bürger sein“, so Waldmann.

Die SPD-Kreistagsfraktion erwartet, dass der Aufgabenzuschnitt in der Abteilungsleitung „Bauen und Wohnen“ unverändert bleibt. Herr Tranel muss sich dann überlegen, ob er die Stelle antritt oder sein Ratsmandat niederlegt.

Offene Frage bleibt zudem, warum Herr Tranel überhaupt seine bisherige Aufgabe beim ZVM Bus verliert.

"Der Kreis Coesfeld verliert beim ZVM Bus einen engagierten Streiter für guten ÖPNV im ländlichen Raum. Herr Tranel hat die Aufgaben, die ihm politisch vom Kreis Coesfeld aufgegeben worden sind gut und richtig umgesetzt. Darum ist unverständlich, dass er abberufen wird und eine Aufgabe in der Kreisverwaltung übernehmen soll, die nicht seinen Kompetenzen entspricht“, so Hermann-Josef Vogt, stellv. Landrat.

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